Karl Krumpl

Schriftsetzer. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1909    † 1945

 

Lebenslauf

Karl Krumpl wurde am 27.9.1909 in St. Veit/Glan geboren. Er arbeitete als Schriftsetzer und kaufmännischer Angestellter in Bruck/Mur. 1934 - 1938 war er Geschäftsführer der Sturmscharen und dann Sekretär der vaterländischen Front. Karl Krumpl war auch stellvertretender Landesführer der Östereichischen Frontmiliz. Ab 1935 war er Mitglied des Kärntner Landtages. Bis 12. 7. 1941 verbüßte er 4 Jahre schweren Kerker. Ab 1. 11. 1941 war er in der deutschen Wehrmacht eingezogen.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 16. 3. 1943 wurde Karl Krumpl in Tunis verhaftet und am 11. 8. 1944 gemeinsam mit Anton Granig, Wenzel Primosch, Ernst Ortner, Eduard Steinwender und Wilhelm Pieller (Primosch und Ortner wurden hingerichtet, Steinwender war Ordenspriester, Pieller Franziskanerpater und Granig katholischer Pfarrer) zum Tode verurteilt. Am 22.3.1945 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„(…) was schließlich den bisher positiv zum nationalsozialistischen Staat eingestellten [Eduard] Pumpernig veranlasste, eine Schmieraktion in Klagenfurt durchzuführen. (…) Einige Zeit nach diesen Vorfällen kam der Angeklagte Krumpl, der im Juli aus der Strafhaft entlassen worden war, bei Granig mit diesem und Pumpernig zusammen. Es kam mehrmals zu politischen Aussprachen, in deren Verlauf schließlich Granig im Oktober 1941 Pumpernig und Krumpl direkt zur staatsfeindlichen Tätigkeit aufforderte. Er erklärte, dass Deutschland den Krieg nicht gewinnen und dass es wahrscheinlich wieder zur Errichtung einer österreichischen Monarchie kommen werde.“

Gedenkort - Straflandesgericht

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab am Friedhof in Annabichl (Klagenfurt)

Ursprünglich Gruppe 40, exhumiert am 3. 4. 1946, ebenso wie Ernst Ortner und Wenzel Primosch am Friedhof Annabichl in Klagenfurt begraben.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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